Zur Primärnavigation springen Zum Inhalt springen Zur Fußzeile springen
  • Neueste Tour

Hier geht’s rein! Der Eingang – die Ouvertüre des Hauses

Eine Erkundungstour, die der Architektur des Ankommens und Eintretens nachspürt – am Beispiel des unteren Dichterviertels

Kurze Details

Treffpunkt: 65185 Wiesbaden, Eingang Motel One Wiesbaden, Ecke Biebricher Allee/Kaiser-Friedrich-Ring 81

Im Tourenbeitrag enthalten: Themenführung

Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 4 Personen.

Zusätzliche Termine, Gruppentermine oder Firmenevents gerne auf Anfrage.

Bitte beachten Sie, dass für die Bearbeitung Ihrer Buchung und den sofortigen Ausdruck Ihres Tickets als [email protected] eine Bearbeitungsgebühr anfällt.

Erwachsene
22
Kinder 6-12 Jahre
5

Über die Tour

Ob wir ins Büro gehen oder den Supermarkt besuchen: Täglich benutzen wir Eingänge, bemerken sie aber nur beiläufig, aus Gewohnheit und weil moderne Eingänge so tun, als gebe es sie gar nicht: Die Glasscheiben des Hoteleingangs öffnen sich von selbst.

Im späten 19. Jahrhundert, als Wiesbaden zur Großstadt wurde, war das noch anders: Eingänge empfingen den Besucher, dienten der Repräsentation. So will das Portal des Landeshauses dem Besucher imponieren mit seinem mächtigen Portikus. Er markiert demonstrativ den Übergang von außen und innen, von öffentlich und halböffentlich. Ebenso wie die Wohnhäuser am Gutenbergplatz, deren Eingänge von Obelisken bewacht werden: Der Besucher nimmt automatisch Haltung an, wenn er sich den schönen, schmiedeeisernen Haustüren nähert.

Hauseingänge sind gebaute Umgangsform, sie erzählen etwas über den Habitus der (einstigen) Bewohner und den Wandel unseres Selbstverständnisses: Die Moderne legt keinen Wert auf Repräsentation – und fällt mit der Tür ins Haus. Schon die Mietshäuser an der oberen Klopstockstraße aus den 1920er Jahren verzichten auf Zuweg und Vorgarten. Wie wichtig indes, auch heute noch, die Inszenierung des Eingangs sein kann, zeigen die beiden Kirchen des Viertels: Die Tore der Dreifaltigkeitskirche stimmen wie das Säulenportal der Lutherkirche den Besucher darauf ein, dass er einen anderen, sakralen Raum betritt – er hält unwillkürlich inne.

Mit Christopher Schwarz, Jury-Mitglied beim Deutschen Architekturpreis.