Kurze Details
Treffpunkt: 65185 Wiesbaden, Luisenplatz, Obelisk, am Waterloo-Denkmal
Im Tourenbeitrag enthalten: Themenführung
Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 6 Personen.
Zusätzliche Termine, Gruppentermine oder Firmenevents gerne auf Anfrage.
Bitte beachten Sie, dass für die Bearbeitung Ihrer Buchung und den sofortigen Ausdruck Ihres Tickets als print@home eine Bearbeitungsgebühr anfällt.
Erwachsene
€ 22
Kinder 6 bis 12 Jahre
€ 5
Über die Führung “Auf die Plätze…”
Wie oft schon ist die Innenstadt totgesagt worden, und trotzdem lebt sie, vor allem auf ihren Plätzen. Sie sind Schaufenster und Wohnzimmer der Stadt. Sie geben ihr ein Gesicht und stiften städtische Identität, sodass die Menschen, die auf den Platz kommen, im besten Fall sagen können: “Hier sind wir zu Hause, das ist unsere Stadt” – eine Bühne des Lebens, die zum Sehen und Gesehen-werden, zum Flanieren und Einkaufen einlädt.
Mit dem Siegeszug der Onlinekommunikation ist der öffentliche Stadtraum nicht bedeutungslos geworden, im Gegenteil: Es sind ihm neue Aufgaben zugewachsen. Gerade (junge) Leute, die in den digitalen Medien zu Hause sind, suchen das analoge Beisammensein in atmosphärisch stimmigen Räumen, auf Straßen und Plätzen, die nicht austauschbar sind, die authentisch wirken, die womöglich etwas von der Geschichte der Stadt erzählen. Warum tun sich dann Architekten und Stadtentwickler so schwer, entsprechende Angebote zu schaffen?
Warum, zum Beispiel, ist der Wiesbadener Luisenplatz kein Platz, auf dem man sich gern verabredet? Dabei spricht soviel für ihn: Er ist schön, maßvoll und wohlproportioniert; mit dem Obelisken und der Bonifatiuskirche hat er ein unverwechselbares Profil, zudem ist er zentral gelegen, gut erreichbar und von räumlicher Geschlossenheit. Gottfried Kiesow nannte ihn zurecht “die eindrucksvollste Raumschöpfung des Klassizismus in Wiesbaden, in Deutschland nur noch überboten vom Königsplatz in München”. Aber – es fehlen ihm die “starken Ränder”: die Geschäfte und Restaurants, die einen Platz zum Leben erwecken.
So wie den Mauritiusplatz, das Herzstück des alten Wiesbadens, die Mitte der historischen Stadt. Seit Jahrzehnten das Sorgenkind unter den Wiesbadener Plätzen, ist der Mauritiusplatz doch von unverwüstlicher Vitalität. Hier ist ein ständiges Kommen und Gehen, nicht zuletzt, weil hier noch etwas von der kleinteiligen Enge der alten Stadt zu spüren ist. Neben der Kirchgasse, der Hauptgeschäftsstraße Wiesbadens, führen vier weitere Straßen auf den Platz, der, umgeben von Karstadt, kleineren Läden und Café, wie ein Speaker‘s Corner funktioniert, dem niemand entgehen kann.
Das gilt auf andere Weise auch für den Schlossplatz: Rathaus, Landtag und Marktkirche demonstrieren, dass ein Platz stilistisch nicht einheitlich gestaltet sein muss, um vom Publikum angenommen zu werden. Die Gebäude bilden trotz ihrer Unterschiedlichkeit ein lebendiges städtebauliches Ensemble; die Räume, die von ihnen umschlossen werden, ergeben eine pulsierende Platzfolge, auf der man gern unterwegs ist, vom Dern’schen Gelände bis zu “den Quellen”, wo erst mit der Burgstraße das moderne, platzfeindliche Wiesbaden der fünfziger und sechziger Jahre beginnt.
Der benachbarte Kaiser-Friedrich-Platz (der frühere Theaterplatz, siehe Titelbild) ist ein typisches Opfer der Nachkriegsplanungen mit ihrem Ideal der “aufgelockerten Stadt”: Nach Westen fehlt dem Platz die klare Einfassung durch Fassaden, nach Süden zeigt ihm das Apartmenthaus “Vier Jahreszeiten” die kalte Schulter. Dabei muss man nur aufs Bowling Green gegenüber schauen, dann weiß man, wie es geht: Kurhaus und Kolonnaden umfangen den Platz wie ein Forum und bilden, mit den Brunnen in der Mitte, eine perfekte Stadtikone.
Mit Christopher Schwarz, Jury-Mitglied beim Deutschen Architekturpreis.
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Bis zum Vortag der Tour
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Wir wandern bei jedem Wetter. Bei anhaltend schlechtem Wetter wird die Tour, soweit möglich, abgekürzt. Bei voraussehbaren extremen Wetterlagen wird die Wanderung bis ca. 1,5 h vor Tourenstart per Email/Telefon an alle Teilnehmer abgesagt.